The Red Centre – Uluru & Kata Tjuta

Australien 2017 – Das rote Zentrum – Teil 4

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Tja natürlich gibt es auch hier einen kleinen Einschub bevor es wirklich los geht. Nach meiner Rückkehr aus den Eastmacs hatte ich für die restlichen Tage einen Ausflug nach Süden geplant. Mit etwas Proviant bewaffnet zog ich dann auch los. Allerdings führte mich mein Weg nicht direkt zum Ayers Rock. Ich wollte einen Abstecher machen und den 4WD Track durch das Owen Springs Reserve fahren. Danach wollte ich bei Rainbow Valley übernachten und den Sonnenuntergang dort erleben. Zu Owen Springs kann ich nicht mehr viel sagen. Es war wohl auch Teil der Telegraphen Linie zu der auch die Station am Wasserloch in Alice Springs gehörte. Außerdem ist es halt der kleine Nachbar zu dem 4WD Track bei Palm Valley, deswegen bin ich hier her gekommen. Ganz so schlimm war die Straße aber nicht. Hier und da ein paar ausgespülte Stellen im Creek. Mir sind auch ein paar Touri Trups begegnet. Mehr oder weniger geführte Touren die hier wohl ein Camping Erlebnis veranstalten wollten und im Creek ihr Lager aufschlugen. Im Prinzip ist es nettes Gebiet um zu Campen. Im Creek ist viel Platz und man kann wohl fast irgendwo sein Lager aufschlagen. Außer ein wenig die alten Ruinen anzusehen habe ich hier aber nichts unternommen. Ich wollte noch das Wasserloch am Ende besuchen, hab es aber nicht finden können. Dafür ein kleines Video gemacht wie Crystal durchs Wasser fährt.

Owen Springs

Rainbow Valley

Die Fahrt nach Rainbow Valley ist grauenhaft. Aufgrund der Sedimente des Beckens hier und der vielen Autos (2WD Zugang, nicht weit weg vom Stuart Highway), bilden sich hier so viele “corrugations“, dass man im Auto übler durchgeschüttelt wird als auf vielen 4WD Tracks. Corrugations nennt man hier die Wellen auf der Dirt Road, die sich mit der Zeit immer bilden. Allerdings hängt es viel vom Untergrund und dem Verkehr ab wie schnell und stark sie sich ausbilden. Das deutsche Wort dafür ist wohl “Wellblechpiste“. Nach endlosen 20 km hatte ich es aber überstanden und war an meinem Lager für heute angekommen. Nach ein paar Überlegungen zum Sonnenstand am Abend und in der Früh, entschied ich mich für den Campingplatz mit direktem Blick auf die bunten Felsen. Insgesamt sind beide Campingplätze hier nicht besonders toll. Klein, kaum Schatten und eben ziemlich frequentiert, weswegen man dann auch das Klo gut riechen kann wenn der Wind “günstig” steht. Eine Nacht konnte ich aber gut überleben. Da noch viel Zeit bis zum Sonnenuntergang war, beschloss ich noch einen kleinen Spaziergang um die Salzpfannen hier zu machen ehe ich mich für den das berühmte “Sunset Foto” wapnen musste. Man kann auch recht nah an die Felsen selbst hin laufen. Scheinbar gibt es auch einige Vögel denen es hier gut gefällt, denn die Überhänge sind voller Vogelnester die eigentlich wie Kopfüber-Iglus aus Lehm aussehen.

Es ist wirklich erstaunlich wie sich die Farben verändern können in den letzten 10 Minuten bevor die Sonne versinkt. Zwei Minuten nachdem sie verschwunden war kam ein Mann den Hügel hoch gerannt und meinte: “ob er noch rechtzeitig wäre”. Ich sagte zu ihm, dass er wohl morgen wieder kommen müsste oder evtl. eben zu Sonnenaufgang. “Da wären sie nicht mehr da.”, meinte er nur, “und dass er noch warten würde ob es nicht doch nochmal aufleuchtet.” Er stand dann wirklich noch mindestens eine viertel Stunde auf dem Hügel und wartete vergebens. Seine Kamera hörte ich aus der Ferne aber trotzdem noch öfters klicken.

Sonnenuntergang im Rainbow Valley

Uluru und Kata Tjuta

oder Ayers Rock und die Olgas

Nach einer langen Fahrt von ca. 400 km kam ich dann am nächsten Mittag in Yulara an. Schon die Fahrt hier her ließ vermuten, dass es hier deutlich geschäftiger zugehen würde wie wo ich mich bisher rum getrieben hatte. Die Siedlung hätte eigentlich auch in Europa sein können. Jede Menge Touris, Campingplätze mit Duschen und allem was man so kennt. Hotels, Shopping Center, etc. Mein Plan war simpel. Anmeldung, Platz fürs Zelt finden und jenes aufbauen. Dann weiter in den Park, um den ersten Eindruck zu gewinnen und auch den ersten Sonnenuntergang zu erleben. Insgesamt hatte ich drei Nächte hier, aber ich wollte so wenig Zeit wie möglich auf dem Campingplatz verbringen. Eigentlich nur essen und schlafen. Morgens in den Park sobald er öffnet und Abends erst zurück kommen wenn er schließt. Den ersten vollen Tag wollte ich dann zu Kata Tjuta fahren und am zweiten vollen Tag um den Ayers Rock herum wandern. Am letzten Morgen würde ich nur noch einmal den Sonnenaufgang beobachten und dann zurück nach Alice fahren. Das war dann auch der letzte Abend bei Anett, aber wenigstens würden wir den dann wieder zusammen verbringen können, da sie am gleichen Tag aus dem Gelände zurück kommen würde.

Der Plan war also geschmiedet und wurde auch sobald in die Tat umgesetzt. Viel Zeit war nicht mehr bis zum Sonnenuntergang, also beschloss ich nur das Besucherzentrum kurz zu besuchen und dann etwas mit Crystal um den Berg herum zu fahren bevor ich mir ein Plätzchen beim “Sunset Lookout” suchen würde. Der Felsen ist natürlich atemberaubend. Wie er da so aus der sonst flachen Landschaft emporragt mit der Farbe noch dazu. So etwas kann man sonst wohl nirgends sehen. Er ist eben einzigartig. Ich hatte lange meine Zweifel ob es sich lohnen würde den ganzen Touri Wimmel hier zu ertragen. Bei dem Anblick war ich aber überzeugt, dass es sich gelohnt hatte. Der Park ist ja auch groß und das Gewimmel aus Yulara verläuft sich hier dann doch wieder. Außerdem macht nur ein Bruchteil der Besucher wirklich die ganze Wanderung. Schnell hatte ich auch zusätzliche Pläne geschmiedet. Ich wollte noch nach der “Fields of Light” Ausstellung fragen und am zweiten Tag an einer Einführung mit einem Ranger teilnehmen. Zuerst möchte ich euch aber meinen ersten Sonnenuntergang zeigen. Es ist wirklich erstaunlich wie rot der Felsen tatsächlich leuchtet, kurz bevor unser Stern hinter dem Horizont versinkt.

Uluru am späten Nachmittag
Uluru bei Sonnenuntergang

Zurück in Yulara fand ich im belebten Hauptplatz auch bald das zuständige Büro für die Touren. Sie hatten auch tatsächlich noch einen Platz für die Tour am nächsten Morgen frei. Zwar war es nicht ganz billig, aber ich wollte es trotzdem sehen. Sehr früh am Morgen würde der Bus vor dem Campingplatz losfahren. Das passte aber in meinen Plan, so hatte ich danach schon mehr Zeit für die Olgas. Für den ersten Abend hatte ich mir noch selbst gekochtes Chili in der Tupper Dose mitgebracht. Das konnte ich ganz gut vor Ort in der Mikrowelle warm machen. Sehr viele junge Leute waren hier und auch viele Deutsche wie ich im Sprachengewirr hören konnte. Nach dem Essen traf ich sogar noch zwei neben meinem Zelt und fing an mit ihnen zu reden. Als ich vom Duschen aber wieder kam, waren sie weg. Scheinbar mögen es Deutsche nicht, dass man sich im Ausland auf Deutsch unterhält. Oder sie mochten mich nicht. Schulterzuckend verkroch ich mich in mein Zelt.

Field of Light

Früh am nächsten Morgen war ich bereit für die Tour zum “Field of Light“. Wir bekamen eine kleine Einführung in die Entstehung und Hintergründe und durften dann selbst durch die Ausstellung laufen. Die einzelnen LED Lämpchen wechselten in Gruppen immer ihre Farbe. Es war schon interessant anzuschauen und schön. Auch die dichten Wolken an jenem Morgen sorgten für eine urige Stimmung. Die Energie für den Betrieb wird wohl tagsüber durch Solarzellen gesammelt. Bei Sonnenaufgang waren dann wieder alle auf einer kleinen Anhöhe versammelt und man hatte von dort auch einen schönen Blick auf Uluru in der Entfernung.

Kata Tjuta

Im Anschluss fuhr ich mit Crystal dann zu den Olgas. Im Prinzip sind die Felsen hier so ähnlich wie Uluru. Allerdings sind sie halt stärker zerklüftet und sehen deswegen aus wie mehrere Felsen. Außerdem ist das Material gröber. Es ähnelt eher einem Konglomerat mit vielen großen Brocken in der feinen Matrix. Uluru zeigt solche Größenunterschiede nicht. Man geht wohl im Moment davon aus, dass Beide aus der gleichen Quelle gebildet wurden. Die Olgas ihr aber näher waren und das Material hier deswegen noch nicht so gut sortiert ist. 

Obwohl der Sonnenaufgang schon vorbei war, machte ich noch einen kleinen Stop beim entsprechenden Aussichtspunkt, da man die Hügelkette hier ganz gut überblicken konnte. Sie waren ebenfalls beeindruckend. So richtig zur Geltung sollten sie aber erst aus der Nähe kommen. Ich fing mit der Valley of the Winds Wanderung an. Er führt zwischen den einzelnen Hügeln hindurch. Man läuft stellenweise also durch die ausgewaschenen Klüfte. Hinter jeder Anhöhe oder Felsen offenbaren sich neue Perspektiven, die jedes Mal genauso schön sind wie die davor, nur eben wieder ein wenig anders. Insgesamt ist die Wanderung natürlich etwas anstrengender wie am Uluru, wo es nur flach außen herum geht. Es macht aber auch Spaß über das Geröll zu laufen und immer wieder neue Motive zu entdecken. Die zweite Wanderung, zur Walpa Gorge ist nicht so lang, aber ebenso beeindruckend, weil man sozusagen zwischen den beiden größten Hügeln hinein läuft und dabei auch die Erosionsstrukturen aus der Nähe sehen kann. Manche können darin ein Gesicht erkennen 😉 Am Sonnenuntergang hier gefiel mir besonders, dass dunklen Wolken darüber hangen. Lange Zeit war die Sonne hinter ihnen verborgen gewesen, doch just im letzten Moment fiel dann noch für wenige Minuten das letzte Licht auf die Felsen und lies diese rot aufleuchten. In Kombination mit den Wolken ein sagenhaftes Bild. Nach dem Sonnenuntergang machte ich mich notgedrungen auf den Rückweg. Morgen, am Uluru, war die Fahrt aus dem Park nicht so lang und ich nahm mir vor die Zeit bis zum Ende auszureizen, um vielleicht noch ein Bild mit Sternen machen zu können.

Uluru

Am nächsten Tag war ich nicht ganz so früh auf den Beinen, aber früh genug um 5 Minuten nach Parköffnung dann auch wirklich durch die Schranke zu fahren. Ich wollte so früh wie möglich beim Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang sein. Zuerst war es tatsächlich recht leer, es dauerte aber nicht lange bis die Busse angefahren kamen und der Aussichtspunkt füllte sich zunehmend.

Im Anschluss fuhr ich weiter zum Parkplatz mit dem Aufstieg auf den Uluru. Hier sollte der Ranger seine Tour beginnen und noch etwas über die Einheimischen hier und die Kultur oder die Zusammenarbeit mit ihnen erzählen. Auch gibt es am Uluru wohl einige Stellen die nicht fotografiert werden sollen, da sie Teil einiger Rituale sind und wohl nicht im Internet zu sehen sein sollen. Naja, ich war hin und her gerissen ob ich dafür Verständnis haben wollte oder nicht. So richtig kann ich mich immer noch nicht entscheiden. Verständnis hab ich vielleicht ein wenig. Trotzdem hat es mich gestört. Es gab aber zum Glück auch noch viele andere schöne Stellen. Eine sah sogar aus wie ein Steinherz. Vögel nutzen die vielen Höhlen wohl als Nistplätze denn man sieht verdächtige weiße Spuren am Gestein. 😉

Nachdem der Ranger seine kleine Führung beendet hatte, packte ich meine Sachen um die Rundwanderung zu starten. Die ganze Strecke war tatsächlich topfeben. Keine Steigungen wie gestern bei den Olgas. Schade fand ich aber auch, dass sie das mit den Fotos wohl so wichtig sehen, dass sogar der Weg umgelegt wurde und nun nicht mehr an der Basis entlangführt, sondern stellenweise kilometerweit einfach durch die Büsche. Man sieht den Felsen zwar auch von dort, aber er ist eben weiter weg. Vielleicht hat man so aber auch mal eine andere Perspektive als wenn man immer nur direkt davor stehen würde. Stellenweise waren die Büsche auch ziemlich verkohlt. Es hatte wohl einige Buschfeuer gegeben in letzter Zeit. Immer wieder kam die Segway Tour an mir vorbei gefahren. Auch traf ich einige bekannte Gesichter von meiner gestrigen Wanderung wieder. Die Südseite war dann leider im Schatten. An einem Wasserloch konnte ich aber noch einer anderen Tour lauschen. Im Moment will mir aber nicht mehr einfallen worum es dabei ging. Das Wasserloch selbst war eigentlich ziemlich cool. Der Zufluss von oben sah aus wie eine große Wasserrutsche im Freibad.

Wieder zurück am Ausgangspunkt war es schon später Nachmittag. Allerdings waren doch tatsächlich die Ranger da und öffneten gerade den “Summit Climb”. Im Australischen Frühling 2019 soll er nun ja komplett geschlossen werden. Ich setzte mich erstmal mit einem meiner Campingstühle in den Schatten und verfolgte das Schauspiel. Die Steigung ist halt doch sehr groß und viele der Kletterer kamen am Ende auf dem Poppes wieder runter. Ich wollte eigentlich nicht hoch, allerdings erlaubte ich mir die ersten paar Meter zu betreten um ein paar Bilder zu machen und das Gestein auch mal unter den Füßen zu spüren und anzufassen. Es sieht fast so aus als hätte Uluru Schuppen 😀

Nach dem Sonnenuntergang blieb ich dann so lange wie es möglich war, um noch ein Bild bei Nacht zu machen. Meinen Tracker hatte ich nicht dabei und ich wollte eigentlich auch nicht, dass Uluru verschwimmt. Allerdings ist es dann wohl dem zu hohen ISO Wert geschuldet, dass das Bild so “bunt” aussieht. Trotzdem finde ich es recht gelungen mit der Milchstraße deutlich sichtbar über dem riesigen Felsen.

Nach dem Sonnenaufgang am nächsten Morgen machte ich mich wieder auf den Rückweg, um meine Sachen noch zu packen und den letzten Abend mit Anett zu verbringen. Wir hatten beschlossen noch Essen zu gehen, davor machten aber noch ein paar nette Bilder zum Abschied, aber es war trotz allem doch ein Abschied und es lag schon ein gewisser Wehmut in der Luft. Insgeheim wünschte ich mir doch irgendwie noch länger bleiben zu können… Am nächsten Morgen ging dann aber mein Flug zurück nach Adelaide und weiter nach Brisbane. Lange blickte ich noch aus dem Fenster… Es war aber auf jeden Fall ein toller Urlaub mit vielen Erinnerungen die für immer bleiben werden.

Wer weiß, vielleicht gibt es ja mal eine Rückkehr.

Auch habe ich beschlossen mit etwas Zeit und Hilfe hoffentlich noch einen kleinen Mini-Geo-Führer für diesen Teil des Urlaubs zu machen. Hoffentlich sind es nicht nur leere Versprechen 😉

Und ganz zum Schluss noch eine Frage an euch. Wie findet ihr die Verlinkung der Bilder? Früher hatte ich immer eine andere Galerie welche die Bilder als Ebene über den Text legt. Damit kann man einfacher durch die ganzen Bilder klicken, weil es Pfeile gibt für das nächste Bild. Dafür sind die Bilder kleiner. Jetzt habe ich sie mal direkt verlinkt und man bekommt sie größer zu sehen. Dafür muss man nach jedem Bild wieder zurück klicken um wieder zum Text zu kommen. Oder man macht die Bilder eben alle in neuen Tabs auf. Ich bin etwas unschlüssig. Es gefällt mir, dass die Bilder größer sind, allerdings ist es dafür etwas umständlich zum nächsten Bild zu kommen… Eure Meinung ist gefragt 🙂

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